Willich reformiert Kita-Landschaft: Schließungen, Umzüge und mehr Plätze bis 2027
Klothilde BergerWillich reformiert Kita-Landschaft: Schließungen, Umzüge und mehr Plätze bis 2027
Willich plant in den nächsten drei Jahren umfangreiche Änderungen in der Kinderbetreuung. Mehrere Einrichtungen werden geschlossen oder verlegt, während andere ausgebaut werden, um sich an die veränderte Nachfrage anzupassen. Die Stadt betont, dass die Anpassungen die langfristige Versorgung verbessern werden – trotz Bedenken von Eltern hinsichtlich der Erreichbarkeit und der lokalen Auswirkungen.
Insbesondere im Norden Willichs ist die Nachfrage nach Kinderbetreuung in den letzten Jahren stark gestiegen. Zwischen 2020 und 2025 verzeichneten Stadtteile wie Anrath und Neersen ein Bevölkerungswachstum und höhere Geburtenraten, was zu einem Anstieg der Nachfrage um 15–20 % führte. In einigen Fällen umfassen die Wartelisten für Betreuungsplätze bis zu 50 Kinder.
Bis zum 31. Juli 2026 wird das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK eingestellt. Zudem bestätigte die Stadt die Schließung der Kita St. Irmgardis zum Ende des Kitajahres 2026/2027. Das Gebäude wird anschließend an die Kita Villa Kunterbunt vermietet, die nach einer Modernisierung ab dem Kitajahr 2027/2028 in die größeren Räumlichkeiten umzieht. Laut Stadt ermöglichen die Baumaßnahmen eine Erweiterung des Angebots und eine bessere Planung für die Zukunft.
Die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof wurden verworfen. Stattdessen wird die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof umziehen. Das bestehende Alperhof-Gebäude soll aufgrund von Budgetbeschränkungen abgerissen werden, doch die Stadt versichert, dass die Kita am neuen Standort weiterbetrieben wird.
Die vom AWO betriebene Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält eine letzte freiwillige Förderverlängerung bis zum 31. Juli 2027. Danach will die Stadt mit dem Träger über eine mögliche Schließung beraten.
Eltern im Norden Willichs kritisieren die Schließungen und befürchten, dass die Region für junge Familien an Attraktivität verliert. Einige sorgen sich zudem, dass das Alperhof-Gebäude bei Leerstand verfallen könnte. Die Stadt räumt ein, dass sich die Fahrzeiten zu alternativen Kitas erhöhen, betont jedoch, dass die Entfernungen innerhalb der gesetzlichen Vorgaben bleiben.
Trotz früherer Engpässe bei Personal und Kapazitäten rechnet Willich bis 2029 mit einem Überschuss von 440 Betreuungsplätzen. Stadt und Kirchenverband haben zugesagt, im Dialog zu bleiben, um künftige Bedarfe und mögliche Anpassungen zu besprechen.
Die Umstrukturierungen werden bis 2027 das Betreuungsangebot in Willich neu gestalten. Villa Kunterbunt erhält größere Räumlichkeiten, während Alperhof in ein gemeinsames Quartier umzieht. Schließungen und Verlegungen sollen die Nachfrage ausgleichen – auch wenn einige Familien längere Wege in Kauf nehmen müssen. In den kommenden Jahren werden die Verantwortlichen weiterhin die Kapazitäten prüfen und das Feedback der Eltern einbeziehen.