Willichs Stadtrat beschließt Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Defizit und Kita-Streit
Oswin MosemannWillichs Stadtrat beschließt Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Defizit und Kita-Streit
Willicher Stadtrat verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit – trotz 25-Millionen-Lücke
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in Rekordzeit verabschiedet – einstimmig und fraktionsübergreifend. Die Entscheidung fällt trotz eines Defizits von 25 Millionen Euro und wachsender Sorgen um die finanzielle Stabilität der Stadt. Zuvor hatten Eltern scharfe Kritik an Plänen geübt, die Kita-Gebühren zu erhöhen, was vor der finalen Abstimmung für Diskussionen sorgte.
Der Haushaltsprozess stand von Anfang an unter Druck: Der Entwurf offenbarten nicht nur die 25-Millionen-Lücke, sondern auch eine zunehmende Abhängigkeit von Liquiditätskrediten. Sowohl die Grünen als auch die SPD-Fraktion äußerten Besorgnis über die finanzielle Lage der Stadt, stimmten dem Plan letztlich aber zu. Während die Grünen auf dringenden Handlungsbedarf pochten, forderte die SPD eine Konsolidierung ohne zusätzliche Belastung für Familien.
Eltern in Willich hatten sich zuvor verärgert über geplante Gebührenerhöhungen geäußert, darunter höhere jährliche Anpassungen und neue Geschwisterzuschläge. Doch der Jugendhilfeausschuss lehnte diese Änderungen ab – daraufhin strich der Rat die Geschwistergebühr und führte stattdessen eine dauerhafte jährliche Anpassung ein.
Die SPD brachte zudem konkrete Einsparvorschläge ein, vor allem bei nicht zwingend notwendigen Ausgaben. Zwar unterstützte die Fraktion den Haushalt, kritisierte aber die Streichung des Zuschusses für das 49-Euro-Ticket für anspruchsberechtigte Studierende. Positiv hob sie hingegen die Einführung des Bauturbos hervor, der den Bau bezahlbaren Wohnraums beschleunigen soll.
Die Debatte blieb kurz: Jede Fraktion hielt sich strikt an die Redezeitbegrenzung von fünf Minuten. Trotz unterschiedlicher Standpunkte zu einzelnen Punkten erfolgte die finale Abstimmung ohne Gegenstimmen.
Der Haushalt 2026 tritt nun im Juli rechtlich in Kraft. Die Kita-Gebühren steigen künftig in festen jährlichen Schritten, Geschwisterermäßigungen bleiben jedoch erhalten. Gleichzeitig steht die Stadt vor anhaltenden finanziellen Herausforderungen: eine 25-Millionen-Lücke und eine starke Abhängigkeit von Krediten.






