23 December 2025, 08:35

Wolfram Weimer und Gott

Der Einband des Buches "St. Nikolaus für November" zeigt Santa Claus und ein Kind.

Wolfram Weimer und Gott

Wolfram Weimer und Gott

Kulturminister Weimer hat ein gottesfürchtiges Buch verfasst. Darin zeigt er missionarischen Eifer – und eine besondere Schlichtheit.

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Wolfram Weimer, Deutschlands Kulturminister, hat ein umstrittenes neues Buch mit dem Titel „Sehnsucht nach Gott“ veröffentlicht. Erschienen im Bonifatius Verlag in Paderborn, bietet das Werk eine leidenschaftliche Verteidigung des christlichen Glaubens und seiner Rolle als Schutzmacht Europas. Weimer argumentiert, dass nur die Rückkehr Gottes Ordnung wiederherstellen und den Kontinent vor vermeintlichen Bedrohungen bewahren könne.

Das Buch behauptet, der Glaube an Gott sei für das Überleben Deutschlands und Europas unverzichtbar. Weimer schreibt, ohne Christentum gäbe es keinen Staat, keine Grundrechte, keine Kinder und keine Familie. Zudem bestehe er darauf, dass das Zeugnis eines Gläubigen glaubwürdiger sei als das eines Atheisten – und führt dies als „Beweis“ für die Existenz Gottes an.

Weimers Thesen erstrecken sich auf das, was er als äußere und innere Gefahren wahrnimmt. Er warnt vor einem „aggressiven Islam“ und macht „Relativisten“, „kulturelle Masochisten“ und „Religionszerstörer“ für Europas Niedergang verantwortlich. Seine Vision von Gottes Rückkehr ist dabei weniger tröstlich als vielmehr eine einschüchternde Herausforderung für den einfachen Menschen. Die Kritik fällt hart aus: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nannte Weimer einen „Schwätzer“, die Süddeutsche Zeitung bezeichnete seinen Medieneinfluss als „Potemkinsches Dorf“. Trotz der Gegenwehr spiegelt das Buch seine tiefe Sehnsucht nach göttlichem Eingreifen wider – manchmal auf Kosten sachlicher Argumentation.

Es ist nicht Weimers erster Ausflug in die religiöse Literatur. Bereits 2009 veröffentlichte IVP Books in Downers Grove, Illinois, sein früheres Werk „Sehnsucht nach Gott: Sieben Wege christlicher Hingabe“.

Sein neues Buch unterstreicht Weimers Überzeugung, dass das Christentum seine zentrale Rolle in der europäischen Gesellschaft zurückerobern muss. Die Veröffentlichung hat eine Debatte ausgelöst: Befürworter loben die mutige Haltung, Kritiker hinterfragen die Argumente. Ob es die kulturelle Diskussion nachhaltig prägen wird, bleibt abzuwarten.