13 December 2025, 08:27

Wuppertaler Plakate mit nackten Brüsten lösen Empörungswelle aus

Ein Werbeplakat mit verschiedenen Texten und Bildern.

Wuppertaler Plakate mit nackten Brüsten lösen Empörungswelle aus

"Busen" – Empörung über nackte Brüste auf Plakaten in Wuppertal

Ein Medienprojekt aus Wuppertal wirbt mit freizügigen Motiven für den Film „Busen – Perspektiven auf Brüste“ – jetzt gibt es Streit.

Ein Plakatmotiv in Wuppertal sorgt für Aufsehen, nachdem es nackte Brüste zeigt, um für einen neuen Bildungsfilm zu werben. Die Abbildungen sind Teil eines schulpädagogischen Projekts und sollten Diskussionen über Körperlichkeit und Geschlechterrollen anregen. Doch viele der Plakate wurden inzwischen von Passanten abgerissen oder beschmiert.

Das Wuppertaler Medienprojekt hatte die Motive im Rahmen der Kampagne für „Busen – Perspektiven auf Brüste“ platziert, eine medienpädagogische Filmreihe für Schulen. Projektleiter Andreas von Hören zeigte sich überrascht über die heftigen Reaktionen. Die Brüste seien naturnah und ohne Köpfe dargestellt worden, um Universalität zu symbolisieren, erklärte er. Laut der Initiative solle das Motiv Brüste als selbstverständlichen Teil des Körpers zeigen – frei von Sexualisierung.

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Der Deutsche Werberat wies eine Beschwerde zurück, die die Plakate als „unzüchtig“ einstufte. Nach deutschem Recht sind nicht-sexualisierte Darstellungen weiblicher Brüste in der Werbung grundsätzlich erlaubt, sofern sie nicht gegen Jugendschutzbestimmungen oder lokale Vorschriften verstoßen. Dennoch führte die öffentliche Empörung zu flächendeckenden Zerstörungen der Kampagne.

Der 21-jährige Student Julian Rauen, der am Projekt mitwirkt, kritisierte die Empörung als übertrieben prüde. Anonyme Hass-Mails empfände er als weitaus verletzender als die zerstörten Plakate, sagte er. Rauen betonte zudem, dass nackte Brüste nicht automatisch als sexuell oder provokant wahrgenommen werden sollten, und bezeichnete die Debatte als rückständig.

Ziel der Aktion war es, die Thematik in einem bildungspolitischen Kontext zu enttabuisieren. Zwar entsprachen die Motive den rechtlichen Vorgaben – ihre Entfernung spiegelt jedoch wider, wie umstritten öffentliche Körperdarstellungen in der Gesellschaft nach wie vor sind. Ob das Wuppertaler Medienprojekt die beschädigten Plakate ersetzen wird, steht bisher nicht fest.