22 March 2026, 02:08

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und setzt auf radikale Umstrukturierung

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölkonzerne zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und setzt auf radikale Umstrukturierung

BP treibt tiefgreifende Umstrukturierungen voran – Ölpreise steigen, Lieferketten unter Druck

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Der britische Energiekonzern BP setzt seine weitreichenden Veränderungen fort, während die Ölpreise auf Rekordniveau klettern und globale Lieferketten unter Spannung stehen. Das Unternehmen gab bekannt, seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group zu verkaufen – ein Schritt, der die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar verringern könnte. Gleichzeitig führte ein Tarifstreit in den USA zu einer Aussperrung von 800 Beschäftigten in einer anderen BP-Raffinerie.

Mit dem Verkauf des Standorts Gelsenkirchen wechselt eine Anlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen Rohöl den Besitzer – zusammen mit rund 1.800 Mitarbeitenden. Die Transaktion ist Teil von BPs ehrgeizigem Plan, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zu veräußern. Davon sind bereits über 11 Milliarden gesichert; die verbleibenden 9 Milliarden sollen helfen, das Sparziel von 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar zu erreichen.

Intern setzt das Unternehmen auf eine Neuausrichtung, um die finanzielle Lage zu festigen. Die jüngste Rally bei den Ölpreisen – die Nordsee-Sorte Brent notiert aktuell bei rund 112 US-Dollar pro Barrel – verleiht diesen Maßnahmen zusätzliche Dringlichkeit. Die angespannten Lieferketten erfahren zwar eine leichte Entlastung durch eine 60-tägige Ausnahmeregelung der US-Regierung vom Jones Act, doch der Konflikt in den USA schwelt weiter: Nach gescheiterten Tarifverhandlungen sperrte BP 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der Whiting-Raffinerie im Bundesstaat Indiana aus.

Analysten bewerten BPs Strategie zunehmend positiv. Die Großbank HSBC stuft die Aktie jüngst von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel – der Raffinerieverkauf in Gelsenkirchen gelte als wichtiger Schritt zur Sicherung zukünftiger Cashflows.

Mit dem Desinvestitionsprogramm und der internen Restrukturierung zielt BP auf Schuldenabbau und langfristige Stabilität. Allein der Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie könnte die Verbindlichkeiten um 1,7 Milliarden US-Dollar mindern, während weitere Vermögensveräußerungen und Kostensenkungen planmäßig verlaufen. Angesichts hoher Ölpreise und operativer Herausforderungen gestaltet das Unternehmen seine Geschäftsaktivitäten neu.

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