22 March 2026, 16:09

Scharrenbach räumt Führungsfehler ein: Toxische Arbeitskultur in NRW-Ministerium

Ein Mann in einem weißen Gewand und Hut sitzt an einem Tisch mit Mikrofonen, spricht, während Papiere und Gegenstände auf dem Tisch zu sehen sind, mit einer anderen Person mit Brille rechts von ihm, in einem Raum mit einer Wand und einer Tür dahinter.

Scharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Scharrenbach räumt Führungsfehler ein: Toxische Arbeitskultur in NRW-Ministerium

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich schweren Vorwürfen wegen ihres Führungsstils ausgesetzt. Berichten zufolge herrscht in ihrem Ministerium, insbesondere in der Abteilung für digitale Verwaltung, eine von Angst und Einschüchterung geprägte Arbeitskultur. Die Vorwürfe wurden bekannt, nachdem Der Spiegel interne Dokumente und Mitarbeiteraussagen veröffentlicht hatte.

Scharrenbach hat nun reagiert, Fehler in ihrem Vorgehen eingeräumt und angekündigt, die Probleme direkt mit den Beschäftigten anzugehen.

Der Skandal nahm seinen Lauf, nachdem Der Spiegel ein internes Schreiben sowie weitere Unterlagen erhalten hatte, die ein toxisches Arbeitsklima unter Scharrenbachs Führung belegen. Anonyme Mitarbeiter beschrieben die Atmosphäre als "von Angst und Schrecken" geprägt, ein hoher Beamter soll erklärt haben: "Diese Frau hat mich zerstört." Die Verschlechterung der Situation habe demnach mit der Umstrukturierung der Digitalisierungsabteilung zu Beginn der aktuellen Legislaturperiode begonnen.

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Bereits im Januar 2025 hatte ein Personalvertreter Nathanael Liminski, den Chef der Staatskanzlei, über Fehlverhalten in Scharrenbachs Ministerium informiert. Wie der WDR später berichtete, war Liminski bereits vor der Bundestagswahl 2025 über Mobbingvorwürfe unterrichtet. Liminski räumte ein, dass die Neuordnung der digitalen Verwaltung bei den Mitarbeitern erhebliche Bedenken ausgelöst habe.

Am Donnerstag gab Scharrenbach eine Stellungnahme ab, in der sie die Kritik an ihrem Führungsstil anerkannte. Sie gestand Fehler in ihrem persönlichen Arbeitsstil ein und skizzierte Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen. Dazu gehören Gesprächsrunden mit betroffenen Mitarbeitern sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem Personalrat. Die Ministerin betonte zudem, dass sie persönlich für Gespräche mit den von der Situation Betroffenen zur Verfügung stehe.

Scharrenbachs Eingeständnis folgt auf monatelange interne Beschwerden und mediale Untersuchungen. Nun wird erwartet, dass das Ministerium strukturelle Veränderungen umsetzt, um den gemeldeten Missständen entgegenzuwirken. Im Rahmen des Reformprozesses sollen Mitarbeiter direkten Zugang zur Ministerin erhalten.

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