FDP Krefeld wählt neue Führung nach 30 Jahren unter Heitmann
Der Krefelder Kreisverband der Freien Demokratischen Partei (FDP) hat nach einer überraschenden Ankündigung seines langjährigen Vorsitzenden eine neue Führungsspitze gewählt. Joachim C. Heitmann, der die lokale Partei über 30 Jahre lang führte, trat unerwartet zurück und ebnete damit den Weg für einen Neuanfang vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Jahr. Der Wechsel markiert das Ende einer Ära für die Krefelder FDP, die unter Heitmanns Führung für ihre liberale Wirtschaftspolitik und städtebaulichen Initiativen bekannt war.
Joachim C. Heitmann stand seit 1991 an der Spitze der Krefelder FDP und prägte die Agenda der Partei mit einem Fokus auf Wirtschaftswachstum und Deregulierung. Während seiner Amtszeit setzte sich die FDP für große Infrastrukturprojekte ein, darunter den Ausbau der Autobahn A57 und des Flughafens Krefeld. In der Kommunalpolitik trat die Partei für Steuersenkungen für kleine Unternehmen ein und unterstützte Maßnahmen zur Stadtentwicklung, etwa die Revitalisierung der Altstadt sowie die Förderung der Energiewende in den 2010er- und 2020er-Jahren.
Bei der jüngsten Wahl kam es zu einem Wechsel: Der 43-jährige Sebastian T. Stachelhaus gewann die Vorsitzendenwahl mit etwa 66 Prozent der Stimmen. Seit 2004 FDP-Mitglied, hat Stachelhaus in Krefeld verschiedene politische Ämter innegehabt und übernimmt nun von Heitmann – in dem Bewusstsein, dass es eine Herausforderung ist, auf einen so langjährigen Vorgänger zu folgen. Er setzte sich gegen die Mitbewerberin Dr. Tina Pannes durch, die ebenfalls für den stellvertretenden Vorsitz kandidierte.
Dr. Norbert Ullrich sicherte sich das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden und setzte sich dabei knapp gegen Pannes in einem eng umkämpften Rennen durch. Zum neuen Vorstand gehören zudem die stellvertretenden Vorsitzenden Florian Philipp Ott und Hans Christian Tenberg, Schatzmeister Carsten Repges sowie Schriftführerin Jennifer Kassing. Stachelhaus betonte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Team, um neue Schwerpunkte für die Partei zu setzen – insbesondere mit Blick auf die anstehende Landtagswahl.
Beruflich ist Stachelhaus als selbstständiger Versicherungsmakler tätig. Der verheiratete Familienvater mit einer kleinen Tochter steht nun vor der Aufgabe, die Krefelder FDP durch eine Phase der innerparteilichen Erneuerung und inhaltlichen Neuausrichtung zu führen.
Der Führungswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Krefelder FDP ihren Ansatz vor der Landtagswahl 2025 in Nordrhein-Westfalen modernisieren will. Mit dem neuen Vorstand an der Spitze wird die Partei voraussichtlich ihre inhaltlichen Prioritäten überarbeiten, dabei aber an ihren bewährten liberalen Grundsätzen festhalten. Stachelhaus und sein Team werden in den kommenden Monaten die künftige Ausrichtung der Partei definieren.






