Friedrichstraße wird autofrei: Radikalplan für Berlins berühmteste Prachtmeile
Anto SchülerFriedrichstraße wird autofrei: Radikalplan für Berlins berühmteste Prachtmeile
Berlins Friedrichstraße – eine der bekanntesten, aber auch umstrittensten Prachtstraßen der Stadt – steht vor einem radikalen Wandel. Die scheidende Verkehrssenatorin Bettina Jarasch hat einen Architekturwettbewerb initiiert, um die Fußgängerzone der Straße neu zu gestalten. Geplant ist eine autofreie, fahrradfreundliche Fläche mit einem anspruchsvolleren Design, inspiriert vom nahegelegenen Gendarmenmarkt.
Die aktuelle Gestaltung der Friedrichstraße wird seit Langem kritisiert – besonders nach der vorübergehenden Umgestaltung im Zuge der Sperrung für den Autoverkehr. Viele Anwohner empfanden die früheren Änderungen als unattraktiv und warfen der Planung vor, zu sehr auf eine "alternative linke" Nische zugeschnitten zu sein.
Das Architekturbüro CKSA hat nun einen weitreichenden Entwurf vorgelegt, der Friedrichstraße und Gendarmenmarkt miteinander verbindet. Vorgesehen sind Natursteinpflaster, große Einzelbäume sowie Kunstinstallationen, um das Areal aufzuwerten. Die Straße selbst soll komplett autofrei werden – mit fließenden Übergängen vor den Gebäuden, ganz ohne Bordsteine, stattdessen offene Freiflächen.
Auch der Gendarmenmarkt wird umgestaltet: Kleinere, befahrbare Kopfsteinpflaster in quadratischem Muster sollen Lieferverkehr ermöglichen, ohne den historischen Charme zu beeinträchtigen. CKSA geht noch weiter und schlägt vor, auch die Querstraßen zwischen Friedrichstraße und Gendarmenmarkt für Autos zu sperren und in öffentliche Räume umzuwandeln.
Fahrräder bleiben ein zentrales Element des neuen Konzepts – mit eigenen Spuren für sichere und komfortable Bewegung. Ziel ist ein harmonisches, hochwertiges Ensemble, das die Eleganz des Gendarmenmarkts mit dem lebendigen Treiben der Friedrichstraße verbindet.
Der Wettbewerb markiert einen wichtigen Schritt zur Neugestaltung einer der ikonischsten Straßen Berlins. Sollten die Pläne umgesetzt werden, verschwinden Autos vollständig, künstlerische und natürliche Elemente bereichern das Bild, und die Verbindung zum Gendarmenmarkt wird enger. Die finale Gestaltung wird zeigen, ob die Änderungen langjährige Kritikpunkte der Anwohner aufgreifen – und gleichzeitig den Charme der Straße steigern.






