30 March 2026, 16:16

Netrebkos umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Proteste aus

Offenes Buch mit dem Titel "Die Lieblingslieder in der Oper", das Noten und Text zeigt.

Netrebkos umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper löst Proteste aus

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere. Die Aufführung mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Rolle der Amelia löste beim Publikum sowohl begeisterten Applaus als auch vereinzelte Buhrufe aus. Vor dem Opernhaus versammelten sich derweil Demonstranten, um gegen ihren Auftritt zu protestieren.

Die Premiere fand am 29. März 2026 statt und dauerte unter der musikalischen Leitung von Enrique Mazzola fast drei Stunden. Regisseur Rafael R. Villalobos verlieh der Produktion einen modernen Anstrich, indem er Themen der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise einwebte. Während die Inszenierung stark bejubelt wurde, spaltete Netrebkos Auftreten die Gemüter.

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Rund 50 Protestierende schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Demonstration richtete sich gegen Netrebkos frühere Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin, darunter ihre öffentlichen Auftritte in Moskau. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war zwar bereits zuvor in Berlin aufgetreten, doch ihre Rückkehr stand diesmal unter besonderer Beobachtung.

Die Intendantin der Staatsoper, Elisabeth Sobotka, verteidigte die Besetzung mit dem Hinweis, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit Beginn des Krieges nicht dorthin zurückgekehrt. Trotz der Kontroverse erhielt die Sängerin während der Vorstellung begeisterten Applaus – wenn auch nicht ohne vereinzelte Pfiffe aus dem Publikum.

Die Oper bleibt Teil des Festprogramms der Staatsoper; weitere Vorstellungen sind in den kommenden Wochen geplant. Die Premiere machte die tiefen Gräben um Netrebkos Mitwirkung deutlich: Während draußen protestiert wurde, brandete drinnen Beifall auf. Die Inszenierung selbst, die historische und zeitgenössische Themen verbindet, hat die Bühne für weitere Debatten bereitet. Die kommenden Aufführungen werden voraussichtlich weiterhin sowohl die künstlerischen Entscheidungen als auch die politischen Spannungen um die Star-Sopranistin in den Fokus rücken.

Quelle