Panne bei Castor-Transport: Geheimroute durch NRW versehentlich veröffentlicht
Hellmuth OrtmannPanne bei Castor-Transport: Geheimroute durch NRW versehentlich veröffentlicht
Ein schwerwiegendes Sicherheitsversäumnis hat die geplante Route für einen bevorstehenden Castor-Atommülltransport in Deutschland offenbart. Details über eine Drohnenflug-Sperrzone entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen waren für kurze Zeit auf einer offiziellen Luftfahrtplattform öffentlich einsehbar. Der Vorfall wirft Fragen auf, da der Transport hochsensibles nukleares Material aus einem stillgelegten Reaktor betrifft.
Der Fehler ereignete sich auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums. Von Mittwochabend bis Donnerstag war die Sperrzone – die sich von Jülich bis nach Ahaus erstreckt – für die Öffentlichkeit sichtbar. Diese Strecke entspricht dem geplanten Weg für den nächsten Castor-Transport, bei dem Brennstäbe aus einem 1988 abgeschalteten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager in Ahaus gebracht werden sollen.
Solche Transporte werden in der Regel geheim gehalten, um Terrorgefahren oder Proteste zu verhindern. Behörden stufen Castor-Transportrouten als vertrauliche Informationen ein. Dennoch hat das Bundesverkehrsministerium bisher keine offiziellen Sicherheitsmaßnahmen für den anstehenden Transport öffentlich bestätigt.
Das Ministerium reagierte nicht auf Anfragen zu dem Vorfall. Die versehentlich veröffentlichten Angaben wurden später von der Plattform entfernt, doch das Versäumnis hat bereits Aufmerksamkeit auf die Verwundbarkeit des Transports gelenkt.
Die unfreiwillige Offenlegung zeigt Lücken im Schutz sensibler Nuklearlogistik auf. Da die Route nun bekannt ist, bleibt unklar, wie die Behörden mögliche Störungen abwenden wollen. Die Sicherheit des Transports – und der Umgang des Ministeriums mit dem Fehler – werden voraussichtlich in den kommenden Tagen weiter unter die Lupe genommen.






