08 May 2026, 14:18

Pflegenotstand in NRW: Düsseldorf und Mönchengladbach kämpfen mit steigendem Bedarf und Personalmangel

Alte Zeitung mit Illustrationen von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien, die die Verfügbarkeit von Ärzten ankündigen, mit fetter Schrift in einem dekorativen Rahmen.

Pflegenotstand in NRW: Düsseldorf und Mönchengladbach kämpfen mit steigendem Bedarf und Personalmangel

Pflegebedarf steigt in Nordrhein-Westfalen stark an – jede zehnte Person in Düsseldorf ist auf Unterstützung angewiesen

Auch Mönchengladbach verzeichnet hohe Zahlen, was unter anderem auf die industrielle Vergangenheit der Stadt zurückzuführen ist. Behörden und Pflegeeinrichtungen suchen nun nach Wegen, den wachsenden Bedarf mit begrenztem Personal zu decken.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Arbeitergeschichte Mönchengladbachs, eng verbunden mit der Textilindustrie, hat eine hohe Pflegeabhängigkeit hinterlassen. Fast 90 Prozent der Hilfsbedürftigen in der Region werden zu Hause versorgt. Doch Prognosen warnen vor einem Anstieg des Bedarfs um 33 Prozent bis 2050 – eine zusätzliche Belastung für die bestehenden Strukturen.

Das Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach-Holt kämpft bereits mit Personalmangel. Die Einrichtung ist mit Bewohnerinnen und Bewohnern mit komplexen Pflegebedürfnissen ausgelastet, und die Warteliste bleibt lang. Manche Bewohner springen sogar ein, wenn das Personal überlastet ist. Um die Situation zu entlasten, hat das Heim kürzlich zwei neue Pflegekräfte aus den Philippinen eingestellt.

Helmut Wallrafen von den Mönchengladbacher Sozialdiensten betont die Notwendigkeit stärkerer lokaler Pflegenetzwerke. Er fordert bessere Vernetzung zwischen professionellen Pflegekräften und Ehrenamtlichen in Wohngemeinschaften, Nachbarschaftsprojekten oder Tagespflegeeinrichtungen. Zwar sieht er Potenzial in diesen Modellen, räumt aber ein, dass sie für alle Bedürftigen zugänglicher und nachhaltiger werden müssen.

Auch Düsseldorf, wo eine der höchsten Pflegequoten der Region herrscht, wirbt Fachkräfte aus dem Ausland an. Die Stadt versucht, Lücken zu schließen, doch die Nachfrage übersteigt weiterhin das verfügbare Personal.

Das Pflegesystem in der Region steht unter zunehmendem Druck. Ambulate Betreuung und die Anwerbung ausländischer Kräfte helfen, Engpässe zu überbrücken. Der Ausbau lokaler Netzwerke und die Einbindung von Ehrenamtlichen könnten langfristige Lösungen bieten. Doch die Verantwortlichen geben zu, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen für alle Beteiligten Zeit und bessere Planung erfordert.

Quelle