12 April 2026, 08:10

Rockstar Games feuert 31 Gewerkschaftsmitglieder nach Discord-Chats über den Arbeitgeber

Logo der Nationalen Frauengewerkschaftsbundesliga mit zwei Frauen in traditioneller Kleidung, die nebeneinander stehen und jeweils ein gelbes Banner mit 'Frauengewerkschaft' in fetter Schrift halten, eingerahmt von einem weißen Rand.

Rockstar Games feuert 31 Gewerkschaftsmitglieder nach Discord-Chats über den Arbeitgeber

31 Mitarbeiter von Rockstar Games UK nach internen Diskussionen in privater Discord-Gruppe entlassen

Kürzlich wurden 31 Mitarbeiter des britischen Studios Rockstar Games entlassen, nachdem sie Berichten zufolge in einer privaten Discord-Gruppe über ihren Arbeitgeber gesprochen hatten. Das Unternehmen begründete die Kündigungen damit, dass die Beschäftigten vertrauliche Informationen weitergegeben hätten. Auffällig ist, dass alle Betroffenen Gewerkschaftsmitglieder waren – ein Umstand, der Fragen zum Arbeitsschutz in der Spielebranche aufwirft.

Der Vorfall ereignete sich bei Rockstar Games UK, dem Entwicklerstudio des mit Spannung erwarteten Grand Theft Auto VI, dessen Veröffentlichung für November 2026 geplant ist. Die Muttergesellschaft Take-Two erklärte, die Entlassungen seien aufgrund groben Fehlverhaltens erfolgt, konkret wegen der unbefugten Weitergabe interner Details. Allerdings könnte die Nutzung von Discord – einer Plattform, die nicht für sichere betriebliche Kommunikation ausgelegt ist – die Gespräche der Beschäftigten erst der Überprüfung durch den Arbeitgeber ausgesetzt haben.

Der Fall hat die Debatte über Arbeitnehmerrechte in der Spieleindustrie neu entfacht, einer Branche, die sich historisch gegen Betriebsräte sperrt. Doch in Deutschland hat sich ihre Zahl in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt. Dieser Wandel setzte nach der Pandemie ein, als Unternehmen Homeoffice zurückfuhren und Beschäftigte nach mehr Jobsecurity strebten. Erst kürzlich richtete das Studio Astragon Development in Hamm einen Betriebsrat ein und reiht sich damit in einen wachsenden Trend in der Rhein-Main-Region ein.

Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Transparenz und besseren Schutz für Spieleentwickler. Der Branchenverband wies diese Forderungen jedoch als zu vage zurück. Da der Rockstar-Fall nun vor Gericht geht, scheinen die Aussichten auf Wiedereinstellung für die entlassenen Mitarbeiter gering.

Die Entlassungen verdeutlichen die anhaltenden Spannungen zwischen Beschäftigten und Führungsebenen in der Spielebranche um Arbeitsrechte. Während Betriebsräte in Deutschland an Einfluss gewinnen, könnte der Ausgang dieses Rechtsstreits künftige Arbeitskonflikte prägen. Für die 31 ehemaligen Rockstar-Mitarbeiter bleibt die Situation vorerst ungewiss – eine Rückkehr in den Job gilt als unwahrscheinlich.

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