25 May 2026, 08:10

"Sündenwald" in Manheim wird trotz Proteste gerodet – letzte Besetzer halten aus

Gefährdete Übriggebliebene Teile des Hambacher Forsts

"Sündenwald" in Manheim wird trotz Proteste gerodet – letzte Besetzer halten aus

Der „Sündenwald“ in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden – nach monatelangen Protesten

Aktivist:innen besetzen das Gelände seit Ende 2024 und hatten die Abholzung durch Baumhausbesetzungen immer wieder verzögert. Die Stadt Kerpen hat nun ein Betretungsverbot für alle Außenstehenden verhängt, das bis zum Abschluss der Rodungsarbeiten gilt.

Das etwa einen Hektar große Waldstück sollte ursprünglich Ende 2024 gerodet werden. Doch Protestierende zogen ein, errichteten Baumhäuser und barrikadierten sich, um die Arbeiten zu blockieren. Ihr Widerstand verschob die Abholzung ins Jahr 2025 – aktuell leben noch etwa fünf bis zehn Personen in provisorischen Unterkünften vor Ort.

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Die Stadt Kerpen erließ das Betretungsverbot ab dem 1. Oktober, das ab Mitternacht des 6. Oktober in Kraft trat. Als Begründung führte die Verwaltung „schwere wirtschaftliche Folgen für RWE Power AG“ an, falls es zu weiteren Verzögerungen komme. Der Energiekonzern besitzt fast das gesamte Brachland in Manheim und benötigt den Boden über der Braunkohle für sein Projekt „Wasser voran“.

RWE plant, rund 250 Millionen Kubikmeter Manheimer Erde zu nutzen, um Abraumhalden für künftige Seen einebnen zu lassen – die Arbeiten sollen 2030 beginnen. Unterdessen ruft die Protestbewegung zu Sachspenden wie Lebensmitteln und Kleidung auf, um die letzten Besetzer:innen zu unterstützen. Für Montag, 11:00 Uhr, ist zudem eine Pressekonferenz vor Ort angekündigt.

Mit der Rodung verschwindet das letzte Stück des Waldes – und endet damit eine monatelange Besetzung. Während RWE auf den Boden für sein Vorhaben angewiesen ist, betont die Stadt, das Verbot sei notwendig, um Vertragsstrafen zu vermeiden. Ungewiss bleibt, wie es für die Protestierenden weitergeht, wenn die Bäume fallen.

Quelle