Tarifverträge verlieren an Boden – immer weniger profitieren von Weihnachtsgeld und Boni
Hellmuth OrtmannWeihnachtsgeld für alle - breite Spanne - Tarifverträge verlieren an Boden – immer weniger profitieren von Weihnachtsgeld und Boni
Immer weniger Beschäftigte in Deutschland profitieren von Tarifverträgen – die Abdeckung geht bundesweit zurück. Besonders stark ist der Rückgang in Nordrhein-Westfalen: Lag der Anteil 2018 noch bei 60 Prozent, sind es heute nur noch 55 Prozent. Diese Entwicklung wirkt sich direkt darauf aus, wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Zusatzleistungen wie Weihnachtsgeld erhalten.
Bundesweit sind derzeit nur noch 49 Prozent der Beschäftigten durch Tarifverträge abgesichert. Nordrhein-Westfalen liegt mit 55 Prozent zwar leicht über dem Durchschnitt, verzeichnet aber dennoch einen spürbaren Rückgang seit 2018.
Die Auswirkungen auf Bonuszahlungen sind deutlich: Im vergangenen Jahr erhielten lediglich 52 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland ein Weihnachtsgeld. Wer in Branchen mit aktiven Tarifverträgen beschäftigt war, hatte deutlich bessere Chancen darauf. So bekamen Beschäftigte in Teilen der Energiewirtschaft, der Süßwarenindustrie, bei der Deutschen Bahn, im Bankgewerbe sowie in der privaten Transport- und Logistikbranche eine volle 13. Gehaltszahlung.
In Nordrhein-Westfalen fielen die Bonuszahlungen sehr unterschiedlich aus: Landwirte erhielten im Schnitt rund 255 Euro, während Beschäftigte in der chemischen Industrie bis zu 130 Prozent ihres Monatsgehalts als Sonderzahlung bekamen.
Der Rückgang der Tarifbindung schmälert den Zugang zu zusätzlichen Leistungen wie Weihnachtsgeld. Zwar genießen Arbeitnehmer in tarifgebundenen Branchen nach wie vor bessere finanzielle Vorteile – doch immer weniger Beschäftigte kommen überhaupt noch in den Genuss solcher Regelungen. Der Trend deutet auf anhaltende Veränderungen hin, wie Boni und Zusatzzahlungen in Deutschland verteilt werden.






