Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Oswin MosemannThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Thyssenkrupps Stahlwerk in Duisburg durchläuft einen tiefgreifenden Wandel. Der Standort ersetzt seine Hochöfen durch eine Anlage zur Direktreduktion von Eisen (DRI), die mit Wasserstoff betrieben wird, um die Emissionen drastisch zu senken. Das Projekt markiert einen bedeutenden Einschnitt für die deutsche Stahlindustrie, die derzeit rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgase des Landes verursacht.
Die Erdarbeiten für die neue Anlage begannen Mitte 2024. Die Bauarbeiter haben bereits die Fundamente gelegt und Zufahrtsstraßen errichtet. Das Baustellengelände umfasst eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern und wird über 60 neue Bauwerke umfassen.
Die DRI-Anlage wird mit der Midrex-Flex-Technologie ausgestattet, die den Betrieb mit einer Mischung aus Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Der vollständige Wasserstoffbetrieb ist für 2029 geplant, wobei die schrittweise Umstellung bereits 2028 beginnen soll. Bei voller Kapazität wird die Anlage jährlich etwa 143.000 Tonnen Wasserstoff benötigen – das entspricht einem Energiebedarf von 5,6 Terrawattstunden.
Die deutsche Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben gemeinsam mit 2 Milliarden Euro. Sobald die Anlage vollständig mit grünem Wasserstoff betrieben wird, sollen jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden. Zudem wird sie 2,5 Millionen Tonnen klimafreundliches Heißbrikettiertes Eisen (HBI) pro Jahr produzieren.
Die neue DRI-Anlage stellt einen Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Stahlproduktion in Deutschland dar. Nach ihrer Fertigstellung wird sie die Emissionen deutlich reduzieren, ohne die Produktionskapazitäten zu beeinträchtigen. Ab 2029 soll die Anlage vollständig auf Wasserstoff umgestellt sein.






