22 April 2026, 04:10

Umweltskandal bei Bahn-Baustelle: 1.000 Lkw-Ladungen Giftmüll verschwunden

Ein Zug fährt durch ein beschädigtes Gebiet mit Rauch, der aus ihm aufsteigt, umgeben von Strommasten und Drähten, mit Hügeln und einem klaren Himmel im Hintergrund und verstreuten Trümmern auf dem Boden.

Umweltskandal bei Bahn-Baustelle: 1.000 Lkw-Ladungen Giftmüll verschwunden

Ein großes Recyclingunternehmen sieht sich schweren Vorwürfen wegen der illegalen Entsorgung belasteter Erde von einer Baustelle der Deutschen Bahn ausgesetzt. Der Fall, der nun vor dem Landgericht Dortmund verhandelt wird, betrifft das Verschwinden von fast 1.000 Lkw-Ladungen verschmutzten Bodens, der eigentlich fachgerecht entsorgt werden sollte.

Der Angeklagte, ein Mann mit einer Vorgeschichte von Umweltstraftaten, wird beschuldigt, die illegale Aktion organisiert zu haben. Ermittler gehen davon aus, dass der Abfall stattdessen in Kiesgruben am Niederrhein abgeladen wurde – ein Vorgang, der Fragen zur Kontrolle bei großen Infrastrukturprojekten aufwirft.

Die Deutsche Bahn baut derzeit für 400 Millionen Euro ein ICE-Instandhaltungswerk in Dortmund, das Mitte 2027 in Betrieb gehen soll. Die Anlage, die täglich bis zu 17 Hochgeschwindigkeitszüge warten soll, wird als klimaneutrales Vorzeigeprojekt beworben. Doch nun ist das Projekt mit einem Umweltskandal verbunden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zwischen Februar und November 2024 verschwanden laut Anklage rund 24.000 Tonnen belasteter Erde von der Baustelle. Statt ordnungsgemäß behandelt zu werden, soll der Boden in zwei Kiesgruben in der Niederrhein-Region verbracht worden sein. Dem Recyclingunternehmen im Zentrum des Falls wird zudem vorgeworfen, weitere gefährliche Abfälle angenommen zu haben, darunter Bauschutt aus Essen, Verbrennungsasche aus Borken und gebrauchte Katalysatoren aus Bocholt.

Der Angeklagte ist wegen Umweltvergehen vorbestraft und saß bereits wegen der illegalen Entsorgung giftiger Ölpellets im Gefängnis. Im Prozess wird nun geprüft, ob die Abfallmanagement-Verfahren der Deutschen Bahn versagt haben und so die großangelegte illegale Entsorgung ermöglichten.

Die Gerichtsverhandlung soll klären, wer für die illegale Beseitigung des Sondermülls verantwortlich ist. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte der Fall Schwachstellen bei der Überwachung der Abfallentsorgung in Großprojekten offenlegen. Das Urteil könnte zudem das Ansehen der Deutschen Bahn belasten, während das Unternehmen sich auf die Eröffnung seines prestigeträchtigen Instandhaltungswerks im Jahr 2027 vorbereitet.

Quelle