22 April 2026, 04:10

Verbotene Kosmetik mit Krebsrisiko bleibt auf Amazon und AliExpress erhältlich

Gefährliche Stoffe-Schild mit der Aufschrift "Organisches Peroxid 5.2" in Rot und Gelb.

Verbotene Kosmetik mit Krebsrisiko bleibt auf Amazon und AliExpress erhältlich

Tausende Kosmetikprodukte mit schädlichen Chemikalien sind trotz EU-weiter Verbote weiterhin online erhältlich. Eine Untersuchung des Recherchezentrums CORRECTIV zeigt, dass verbotene Artikel auf großen Handelsplattformen immer noch verkauft werden. Einige dieser Substanzen können Krebs auslösen, das Erbgut verändern oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Betroffen sind sowohl bekannte Marken wie Nivea und Schwarzkopf als auch weniger bekannte Anbieter auf Plattformen wie Amazon und AliExpress. In den letzten zehn Jahren hat die EU über 4.000 Kosmetikprodukte wegen Gesundheitsrisiken vom Markt genommen. Dennoch sind viele verbotene Artikel – darunter Niveas Rasierschaum und Schwarzkopfs Glitzer-Haargel – nach wie vor online bestellbar. CORRECTIV konnte drei solche Produkte erwerben, darunter eine Tube des Schwarzkopf-Gels mit dem verbotenen Duftstoff Lilial (BMHCA), der mit Fruchtbarkeitsstörungen in Verbindung gebracht wird.

Das Ausmaß des Problems ist enorm: Täglich kommen rund 800 neue Kosmetikartikel auf den europäischen Markt, insgesamt sind bereits 600.000 erhältlich. Einige enthalten gefährliche Stoffe wie PFAS ("Ewigkeitschemikalien") oder Hydrochinon, einen wahrscheinlichen Krebserreger, der in Hautaufhellungsprodukten verwendet wird. Andere, etwa Prostaglandin-Analoga in Wimpernseren, stehen trotz Fruchtbarkeitsrisiken weiterhin in Drogerieregalen.

2025 prüfte die Europäische Kommission über 1,6 Millionen Websites und entdeckte mehr als 20.000 illegale Produkte – viele davon auf Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress. Gleichzeitig könnte eine geplante EU-Rechtsänderung die Durchsetzung schwächen, indem die Frist für die Entfernung verbotener Produkte von 18 Monaten auf bis zu sechs Jahre verlängert wird.

Fast 2.000 verbotene oder eingeschränkte Substanzen könnten noch in alten Badezimmerschränken lagern. Einige wurden jahrelang verwendet, bevor sie verboten wurden, und setzen Verbraucher:innen weiterhin langfristigen Risiken aus. Die Untersuchung offenbart gravierende Lücken in der EU-Durchsetzung, die es verbotenen Kosmetikartikeln ermöglicht, im Handel zu bleiben. Sollte die geplante Chemicals-Omnibus-Novelle verabschiedet werden, könnten Unternehmen schädliche Produkte noch Jahre länger verkaufen. Verbraucher:innen wären dann weiterhin Substanzen ausgesetzt, die mit Krebs, Genveränderungen und Fruchtbarkeitsstörungen in Verbindung stehen.

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