21 April 2026, 16:14

Theaterformen-Festival verwandelt Braunschweigs Gefängnis in eine Bühne der Gerechtigkeit

Schwarze und weiße Zeichnung von Menschen in einer Gefängnissituation, einige stehen und einige sitzen, mit Gebäuden und Himmel im Hintergrund und Text unten.

Theaterformen-Festival verwandelt Braunschweigs Gefängnis in eine Bühne der Gerechtigkeit

Dieser Sommer steht in Braunschweig ganz im Zeichen des Theaterformen-Festivals – einem Höhepunkt im kulturellen Kalender der Stadt. Anna Mülter, die scheidende Festivalleiterin, wollte ihre letzte Ausgabe unvergesslich gestalten. Das Programm umfasst 14 Produktionen von Künstler:innen aus 14 Ländern und verbindet internationales Schaffen mit mutigen neuen Werken.

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Ein besonderer Höhepunkt ist in diesem Jahr die erstmalige Öffnung des ehemaligen Gefängnisses Rennelberg für die Öffentlichkeit. Fünf ortsspezifische Aufführungen finden innerhalb der alten Haftanstalt statt und setzen sich mit dem Thema Gerechtigkeit auseinander. Darunter ist das NO PRISON-Projekt, eine Produktion, die rechtliche und gesellschaftliche Fragen in den Fokus rückt. Besucher:innen können zudem an der Führung "UNTIL WE ARE ALL FREE" teilnehmen, die über das Gefängnisgelände führt.

Am Staatstheater Braunschweig werden neun Inszenierungen gezeigt, darunter eine Welturaufführung. Ergänzt wird das Festival durch ein umfangreiches Rahmenprogramm auf dem Gefängnisgelände mit Diskussionen, Workshops und kleineren Performances.

Lokale und regionale Verantwortliche loben die Bedeutung der Veranstaltung. Prof. Dr. Anja Hesse, Braunschweigs Kulturdezernentin, betont den nachhaltigen Einfluss des Festivals auf die hiesige Kunstszene. Joachim Schachtner, Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen, hebt dessen gesellschaftspolitische Relevanz hervor und bezeichnet es als wichtige Plattform für Debatte und kreativen Austausch.

Mit einer Mischung aus Theater, Diskurs und öffentlicher Teilhabe prägt das Festival diesen Sommer die Stadt. Durch die Nutzung des Rennelberg-Gefängnisses als Spielstätte verleiht es einem historischen Ort neues Leben und stellt sich gleichzeitig aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Die Veranstalter:innen hoffen, dass das Festival Spuren in Braunschweigs Kulturlanschaft hinterlässt.

Quelle